SPÖ Bauern

Pressegespräch SPÖ Bauern in Krems

» Das System „wachsen durch weichen“ führt dazu, dass das Bauernsterben weiter beschleunigt wird. Unsere Landwirtschaft braucht planbare Werkzeuge, wie z. B. beim Pflanzenschutz. Ein planbares Werkzeug ist auch das System „Leitbetrieb“. Dieses ist eine Zusammenarbeit von verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben (Arbeitskräfteaustausch). Der Leitbetrieb macht die Bürokratie und Anstellung. Die kooperierenden Betriebe – eher kleinere – hätten die Chance auf gute, flexible Arbeitskraft, und das günstig und sozial gerecht. Mit dem Zusammenschluss können die Landarbeiter im landwirtschaftlichen Kollektivvertrag längerfristig Beschäftigung finden. Mit diesem System können Erntehelfer planbar eingesetzt werden. Die bundesweite SPÖ-Forderung nach einem Mindestlohn für alle wäre somit auch für landwirtschaftliche Betriebe leistbar und sinnvoll. Die Betriebe könnten somit leichter auf geschultes und erfahrenes Fachpersonal zurückgreifen. Man hat 2020 gesehen wie die Thematik „Erntehelfer“ (z.B. beim Spargel) durch Corona noch verschärft wurde und das wird auch 2021 leider wieder so sein aufgrund der Untätigkeit der Verantwortlichen.«

Bezirkskammerrat Michael Fertl und der Kremser Winzer Fabian Korb wiesen auf Mängel bei den Corona-Hilfsmaßnahmen für landwirtschaftliche Betriebe hin. Gerade für junge Hofübernehmer oder Neustarter in der Landwirtschaft gibt es wenig bis gar keine Hilfe von der Regierung. Der 21-jährige Korb, der 2019 als Jungwinzer-Europameister mit seinem Weinbaubetrieb komplett neu begann, weiß von den Hürden der Maßnahmen zu berichten. Als Winzer im Haupterwerb gab es für 2020 lediglich 2000 Euro Hilfe von der Regierung. Kammerrat Fertl allgemein zum Förderwesen in der Landwirtschaft:

»Bauern arbeiten hart, aber können von dem, was sie produzieren, nicht leben. In der Landwirtschaft gibt es einen Systemfehler! Laut einem Bericht der Arbeiterkammer über das Agrareinkommen leben die meisten Landwirte durchschnittlich von bis zu 70% von Fördergeldern. Aber warum ist das so? Die simple wie ernüchternde Antwort lautet: wegen der politischen Rahmenbedingungen. Was die Bauern nicht mehr über ihre Produkte einnehmen können, wird subventioniert. Generell ist die Förderstruktur zum Überdenken, wie die letzten Jahrzehnte gezeigt haben, kann es so nicht weitergehen. Zum Beispiel muss Flächenförderung pro Hektar unbedingt gedeckelt und fair verteilt werden.«

Der Kammerrat aus der Weinstadt Krems sieht vor allem bei kleineren Weinbau-Betrieben Handlungsbedarf. Diese sehen nicht nur bei den Corona-Hilfsmaßnahmen, sondern auch bei den üblichen Subventionen oftmals durch die Finger: »Wir bewegen uns immer mehr weg von den kleinstrukturierten Familienbetrieben hin zu einer industrialisierten Agrarwirtschaft. Wollen wir das wirklich? Wir SPÖ Bauern wollen das sicher nicht!«

Abschließend fordert Wagendristel die Einführung einer Dachmarke bei Produktkennzeichnungen. Dabei sollen bestehende heimische Gütesiegel erhalten bleiben, jedoch zusammengefasst werden. Ein rein österreichisches Produkt wäre für den Konsumenten auf einen Blick erkennbar.

Rückfragehinweis:

KR Patrick Eber, Landessekretär SPÖ Bauern NÖ

0664/5304947

patrick.eber@spoe.at